Pressemitteilung

Prof. Dr. Dr.-Ing. hc. Gotfried Kiesow und Dr. hc. Mechthild Flury-Lemberg
Prof. Dr. Dr.-Ing. h. c. Gottfried Kiesow
Dr. h. c. Mechthild Flury-Lemberg


Verleihung des Ehrenbürgerrechtes der Stadt Zittau
am 21.06.2004 im Barocksaal der Städtischen Museen Zittau an Frau Dr. h. c. Mechthild Flury-Lemberg

Frau Dr. h. c. Mechthild Flury-Lemberg hat sich außergewöhnlich große Verdienste um die Stadt Zittau erworben, die die Verleihung der Ehrenbürgerschaft rechtfertigen.
Frau Dr. h.c. Flury-Lemberg hat den Weltruf der Textilrestaurierungswerkstatt der Abegg-Stiftung Riggisberg (Schweiz) begründet und mehr als drei Jahrzehnte als Nestorin dieses relativ jungen Zweiges der Restaurierungswissenschaften gewirkt. In dieser Zeit hat sie ganz wesentlich zur Erhaltung zahlreicher zum Weltkulturerbe gehörender Textilien beigetragen. Dazu gehören der Rock des Heiligen Franziskus von Assisi ebenso wie der Krönungsmantel des Böhmischen Königs Rudolfs III. oder das berühmte Grabtuch von Turin.
Im Ergebnis der Anfrage des Direktors der Städtischen Museen bei der Abegg-Stiftung nach den Möglichkeiten der Restaurierung des Großen Zittauer Fastentuches besuchte Frau Dr. Flury-Lemberg im Dezember 1993 zum ersten Mal unsere Stadt. Sie unterzog das in 17 Teile zerschnittene und zerfetzte Fastentuch einem gründlichen Augenschein. Beeindruckt von der geschichtlichen Bedeutung für Deutschland und Europa versprach sie, sich mit dem ganzen Gewicht ihrer Stimme beim Stiftungsrat in Riggisberg für die unentgeltliche Restaurierung des Velums einzusetzen. Bereits Anfang des Jahres 1994 wurde den Städtischen Museen mitgeteilt, dass der Antrag positiv beschieden sei. Darüber hinaus hatte Frau Dr. Flury-Lemberg erwirkt, dass auch das stark verschmutzte Kleine Zittauer Fastentuch einer Konservierung unterzogen wird.
Die außerordentlich schwierige Reinigung des Tuches war eine ihrer letzten Arbeiten in der Abegg-Stiftung bevor sie im Herbst 1994 in den Ruhestand ging. Im Vorfeld der Ausstellung „Welt-Macht-Geist. Das Haus Habsburg und die Oberlausitz“ hat sie in Zittau die textile Restaurierung des Kleinen Zittauer Fastentuches gemeinsam mit zwei ihrer ehemaligen Kolleginnen unentgeltlich fertig gestellt.
Schließlich hat sie über ihren Bruder, Herrn Rolf Lemberg, wesentlich dazu beigetragen, den Kontakt zur Kulturstiftung der Länder herzustellen, wodurch letztendlich die Sanierung und der Umbau der Kreuzkirche zum Museum für das Große Zittauer Fastentuch als Förderprojekt des Bundes realisiert werden konnte.
Über ihre Verdienste bei der Rettung der Zittauer Fastentücher hinaus hat sie all ihre Möglichkeiten und Kontakte genutzt, um als Botschafterin für diese beiden sakralen Kunstwerke europäischen Ranges sowie für Zittau zu werben. Wenn sich inzwischen das Markenzeichen „Zittau – Stadt der Fastentücher“ mehr und mehr durchzusetzen beginnt und nahezu 150.000 Besucher aus aller Welt in unsere Stadt kamen, um das Große Zittauer Fastentuch zu sehen, so ist das nicht zuletzt ein Verdienst von Frau Dr. Mechthild Flury-Lemberg. Auf Bitten des Direktors der Städtischen Museen trat sie dem im Oktober 2003 gebildeten Kuratorium „Dauerausstellung des Kleinen Zittauer Fastentuches“ bei.

Eintrag ins Goldene Buch
OB Voigt überreicht Ehrenbürgerurkunde Frau Dr. h. c. Flury-Lemberg trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Zittau ein

an Herrn Professor Dr. Dr.-Ing. h. c. Gottfried Kiesow

Herr Professor Dr. Dr.-Ing. h.c. Kiesow hat sich als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) unmittelbar mit der Wiedervereinigung Deutschlands mit sehr hohem Engagement und persönlichem Einsatz für die Förderung und Unterstützung des Erhalts von bedeutenden Städten der neuen Bundesländer mit hohem Denkmalswert eingesetzt. So ist es insbesondere sein Verdienst, dass unsere Stadt Zittau seit Jahren zu den 5 Städten Ostdeutschlands gehört, die für die DSD besonders ausgewählte Förderschwerpunkte darstellen.
Mit seinem hohen fachlichen Wissen und seinem reichen Erfahrungsschatz hat sich Herr Professor Dr. Dr.-Ing. h. c. Kiesow bei seinen zahlreichen Besuchen unserer Stadt besonders in die Auseinandersetzung und pragmatische Lösung anstehender Denkmal-Schwerpunkt-Objekte eingebracht und dabei neben dem finanziellen Engagement die Stadt vor allem in fachlichen Fragen auch gegenüber beteiligten Behörden unterstützt.
Wenn es in den Jahren nach der Wende und damit in einem relativ kurzen Zeitabschnitt gelungen ist, solche bedeutende Denkmale der Stadt Zittau wie Heffterbau mit Klosterfriedhof, Kreuzkirche mit Grufthäusern, Marstall, historische Brunnen, Johanniskirche und wichtige Bürgerhäuser einer Sanierung und Nutzung zuzuführen, wäre das ohne die Leistungen der DSD und der besonderen Einflussnahme von Herrn Professor Dr. Dr.-Ing. h. c. Kiesow nicht denkbar gewesen.
Dass unsere Stadt weiter zu den Städten gehört, denen die DSD auch in Zukunft ihr besonderes Augemerk schenken wird, beweist die Zusage zur Beteiligung an der Sanierung des Zittauer Stadtbades.
Hier war es wiederum Herr Professor Dr. Dr.-Ing. h. c. Kiesow, der mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern erreicht hat, dass das finanzielle Engagement der DSD als Eigenanteil der Stadt im Rahmen der Bund- und Länderförderung beim städtebaulichen Denkmalschutz anerkannt wurde, womit überhaupt die Grundlage für das anspruchsvolle Ziel der Sanierung und damit Wiedernutzung des Stadtbades möglich wurde.
Insgesamt ist durch die DSD bisher (eingeschlossen die Zusage zum Stadtbad) die bedeutende Förderung von ca. 3,4 Mio € für unsere Stadt erfolgt.
Das persönliche Engagement für die Zukunft der Sanierung in unserer Stadt verdeutlicht auch die Tatsache, dass Herrn Professor Dr. Dr.-Ing. h. c. Kiesow in den vergangenen Jahren eine Vielzahl Reisegruppen von Kulturtouristen und Spendern der DSD persönlich in die Oberlausitz und die Stadt Zittau begleitete und die Menschen über die Sanierungserfolge, aber auch den noch bestehenden Sanierungsbedarf, fachkundig informierte. Dabei gelingt es immer wieder, neue Spender für die DSD zu gewinnen.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich Herr Professor Dr. Dr.-Ing. h.c. Kiesow mit seiner Persönlichkeit, aber auch seiner Liebe zu unserer Stadt hohe Verdienste für den Erhalt bedeutender Denkmale erworben hat, die mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechtes Würdigung finden sollen.
Man darf Herrn Professor Dr. Dr.-Ing. h. c. Kiesow mit Fug und Recht als Förderer und Freund unserer Stadt bezeichnen.
Mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechtes an den Vorstandsvorsitzenden der DSD sollen zugleich die Leistungen der DSD für die Stadt Zittau gewürdigt werden.

Überreichung der Ehrenbürgerurkunde

Eintrag ins Goldene Buch
OB Voigt überreicht Ehrenbürgerurkunde Herr Professor Dr. Dr.-Ing. h. c. Gottfried Kiesow trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Zittau ein

...zurück