Der Kölner Sammler Wolfgang Sternling hat aus Verbundenheit zu Zittau und seinen Fastentüchern erneut 50 kostbare Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen, Grafik, Bücher und Goldschmiedearbeiten des 15. bis 20. Jahrhunderts geschenkt.
Es sind keine Ostereier, jedoch passend zur Karwoche und den Ostertagen handelt es sich bei dieser großartigen Schenkung um einzigartige Kunstwerke zum Thema des Kreuzes und der Passion. Damit ergänzte Wolfgang Sternling seine bereits in Zittau vorhandene Sammlung erneut in großartiger Weise. Die Werke waren zum großen Teil 2009 in der Sonderausstellung „Kreuzzeichen. Bilder aus sieben Jahrhunderten“ in Zittau bereits zu sehen.
Eindrückliche abstrakte Visionen religiöser Eingebungen, die der Sammler in den 1950er Jahren selber gemalt hat, gehören ebenso dazu wie Originalzeichnungen des rheinischen Künstlers Johannes Schreiter – bekannt für seine Glasfenster -, Plastiken von Christian Lüttgen und Fritz Nuss sowie Radierungen vom großen Österreicher Grafiker Ernst Fuchs. Sie vertreten zusammen mit Lithografien von Oskar Kokoschka und Johannes Hegenbarth sowie einer Gouache des zeitweise in Breslau als Professor tätigen Carlo Mense die Kunst der Moderne. Ungewöhnliche Darstellungen der Barockzeit sind ein anonymes spanisches Gemälde mit dem Antlitz Christi mit drei Tränen, fragmentarische Kreuzskulpturen und volkstümliche Schnitzereien aus Berchtesgaden, filigran geschnitzte Kreuze vom Berg Athos und aus Bulgarien. Mittelalterliche Buchmalereien, zwei Kupferstiche Albrecht Dürers von 1509 und ein Meditationsbuch von 1502 bilden zusammen mit einer spätgotischen Skulptur der Anna Selbdritt und einer kleinen silbernen Kusstafel die ältesten Werke der Schenkung. Besonders kostbar sind drei byzantinische Goldschmiedearbeiten: eine zusammenklappbare Reiseikone, ein silberner Gabenbehälter in Form eines Kreuzschreines sowie ein Reliquiar in Buchform, geschaffen 1883 vom berühmten St. Petersburger Goldschmied Carl Peter Fabergé, der vor allem als Schöpfer von überaus kostbaren Ostereiern für den Zarenhof in die Kunstgeschichte eingegangen ist.
Ab voraussichtlich 2011 wird ein wechselnder Ausschnitt der inzwischen auf über 500 Kunstwerke angewachsenen Sammlung Wolfgang Sternling in den Städtischen Museen Zittau ständig zu sehen sein und einen Teil der neuen Dauerausstellung bilden.
Ansprechpartner für ist Dr. Marius Winzeler, Direktor der Städtischen Museen Zittau, Tel. 03583/554790.
Ines Hirt
Pressesprecherin