Am 30. Mai 1635 wurde in Prag der Frieden zwischen Kaiser Ferdinand II. und der katholischen Liga auf der einen und Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen auf der anderen Seite besiegelt. Danach schlossen sich bis auf wenige Ausnahmen alle anderen deutschen Reichsfürsten an. Weil Frankreich und Schweden den Krieg gegen den Kaiser noch mehr als zehn Jahre fortsetzten, konnte der allgemeine Frieden erst 1648 mit dem Vertrag von Münster und Osnabrück erreicht werden. Viele Bestimmungen des Prager Friedens wurden übernommen.
Der Kaiser hatte bereits 1623 die Markgraftümer Ober- und Niederlausitz an den sächsischen Kurfürsten verpfänden müssen, weil er diesem die Kosten für den militärischen Beistand bei der Niederschlagung des Aufstandes der böhmischen Stände nicht ersetzen konnte. Nun trat er sie ihm als erbliches Lehen ab. Die Übergabe wurde in einer Anlage zum Friedensvertrag, dem sogenannten Traditionsrezess, geregelt und im April 1636 in Görlitz vollzogen.
Für Sachsen, Böhmen sowie die beiden Lausitzen gibt es gute Gründe, die Erinnerung an dieses wichtige geschichtliche Ereignis wach zu halten. Zeugt es doch von politischem Realitätssinn und der Bereitschaft zur Toleranz. Deshalb hat die trilaterale Geschichtskommission der Euroregion Neiße angeregt, den 375. Jahrestag des Prager Friedens würdig zu begehen. Der Zittauer Geschichts- und Museumsverein e.V. und die Stadt Zittau haben diese Anregung aufgriffen und veranstalten deshalb eine gemeinsame Festveranstaltung.
Ines Hirt
Pressesprecherin