14. Anti-Drogen-Aktionswoche vom 22. bis 26.11.2010In der präventiven Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind Kontinuität und Langfristigkeit wichtige Voraussetzungen für den Erfolg, schließlich geht es um ganz grundsätzliche Kompetenzen und Lebenseinstellungen. Das Vorbereitungsteam der Anti-Drogenaktionswoche, bestehend aus Vertretern der Stadt Zittau, der AOK Plus, der Volksbank Löbau-Zittau, der Polizei, des Zoll, des come back e.V. und des Kreissportbundes setzt diese Erkenntnis praktisch um, in dem es mit großer Unterstützung durch die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V. nun bereits im 14. Jahr hintereinander die Anti-Drogen-Aktionswoche vorbereitet und durchführt. Dabei sind immer wieder neue Ideen und Partner gefragt, weil wir möglichst viele Jugendliche mit unserem Anliegen erreichen wollen. Nicht darüber reden oder verharmlosen von Süchten und Drogenkonsum in all seinen Formen hilft niemanden, sondern kann im Gegenteil den Anfang für gefährliche Einflüsse darstellen. Mit „Ist ja nicht so schlimm.“ oder „Macht doch jeder.“ hat man dann schnell Argumente, um vielleicht doch mal den Versuch unter Freunden zu starten. Was aber tun, wenn einen dann alles entgleitet, andere über mein Leben bestimmen?
Zum Denken und Nachdenken sollen deshalb die vielschichtigen Veranstaltungen der Anti-Drogen-Aktionswoche anregen. Letztlich geht es noch um viel mehr als nur um das Wissen über die Gefahren durch Drogen aller Art, es geht um eine persönliche Lebenseinstellung, die eine selbstbestimmte Zukunft möglich macht.
Anlass zum Denken, zum Reden und zu gemeinsamen Gesprächen wird auch in diesem Jahr in vielfältiger Weise gegeben sein. Ab 22.11. startet für eine Woche ein umfangreiches Programm bestehend aus vielen Einzelangeboten. Mit Filmworkshops und der Aufführung der deutschen Jugendfilme „Blöde Mütze“ und „Rolltreppe abwärts“, dem Anti-Drogen-Theater der Landesbühne Sachsen „Bis ans Limit“ im Jugendhaus „Villa“ wird in völlig authentischer Weise und ungeschönt gezeigt, wie problematisch das soziale Umfeld auf junge Menschen mit ihren unerfüllten Wünschen wirkt und welchen Einfluss solche Modeerscheinungen, wie „Binge-Drinking“ auf junge Menschen haben können. Die anschließende Diskussion zum Thema unter Gleichaltrigen bzw. die unmittelbare Einbeziehung der Jugendlichen in das Theaterspiel versprechen viel Spannung und emotionale Wirkung. Direkt in die Schulen gehen FISH e.V., Polizei, Zoll, come back e. V und Karate OTOMO. Sie alle werden in Gesprächen, Diskussionen, Workshops, in einem Anti-Drogen-Parcours und in sportlichen Aktionen mit den Jugendlichen ganz unmittelbar und interaktiv das Thema Süchte und Drogen bearbeiten und demonstrieren, dass es viele Wege gibt, um ohne Drogen und Abhängigkeiten sein Leben sinnvoll zu gestalten.
Ohne die Unterstützung des Landratsamtes, Gesundheitsamt, der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e.V., der AOK Plus, der Volksbank und vielen anderen Helfern wäre die Durchführung der Präventionswoche nicht möglich. Deshalb gilt diesen für die nunmehr schon langjährige Unterstützung ein ganz besonderer Dank.
Dr. Volker Beer
Leiter des Referates Kinder, Jugend, Schulen und Sport
Hirt
Pressesprecherin
Inhalt „Rolltreppe abwärts“
Der 13-jährige Jochen hat keine Freunde. Den neuen Lebensgefährten seiner Mutter akzeptiert er nicht und da sie berufstätig ist, ist Jochen oft allein. Er sehnt sich nach Freundschaft, Aufmerksamkeit und Geborgenheit. Als er aus Frust und Langeweile zu klauen beginnt, trifft er auf einem seiner Kaufhaus-Streifzüge seinem coolen Mitschüler Alex. Dieser drängt ihn, einen MP3-Player zu stehlen und prompt wird Jochen erwischt.
Seine Mutter ist ratlos. Sie weiß nicht, wie Sie mit ihrem Sohn umgehen soll und gibt ihn – auch unter dem Druck ihres neuen Lebensgefährten – in ein Erziehungsheim. Hier erlebt Jochen den rauen Alltag des Heims. Besonders leidet er unter den derben Erziehungsmethoden des Erziehers Hamel: Kontrolle Tag und Nacht. Ein Leben unter ständiger Kontrolle und Unterordnung. Für Jochen erscheint sowohl sein Verbleib als auch seine Rückkehr nach Hause ausgeschlossen. Er beschließt, aus dem Heim auszubrechen. Auf einem zerstörerischen Streifzug durch die Stadt eskaliert die Situation...