In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde durch Vandalismus der Marsbrunnen (Rolandbrunnen) auf dem Zittauer Markt beschädigt. Dabei wurden zwei der vier Putten heruntergebrochen. Diese konnten am Tatort sichergestellt werden.
Am heutigen Vormittag erfolgte eine Begutachtung des Schadens durch das Bauamt der Stadt Zittau und Steinmetzmeister Roland Friebolin. Ersten Schätzungen nach ist mit einer Schadenssumme im oberen dreistelligen Bereich zu rechnen. Sobald es die Temperaturen zulassen, wird der Brunnen repariert.
Besonders schwer wiegt bei derartigen Taten der ideelle Schaden. Offensichtlich hatten die Täter keinerlei Achtung vor dem historischen Wert des Brunnens. Zittaus Innenstadt lebt aber von ihren zahlreichen Denkmalen in ihrer Einzigartigkeit. Leider war dies auch nicht der erste Vandalismusschaden an diesem Brunnen. Bereits Ende März 2008 wurde der Marsbrunnen auf ähnliche Weise beschädigt.
Der Marsbrunnen (Rolandbrunnen) → Station 10 des Zittauer Denkmal- und Kulturpfades, der älteste erhaltene Brunnen der Stadt, wurde 1585 vermutlich von Steinmetzmeister Matthias Zimmermann als Symbol für die Handelsstadt Zittau geschaffen.
Der Sandsteinbrunnen besteht aus einer achteckigen Schale, in deren Mitte sich eine Kandelabersäule mit korrinthischem Kapitell erhebt.
Am unteren Teil befinden sich Löwenmasken, aus denen das Wasser sprudelt. Darüber stehen vier Putten. Sie präsentieren Früchte, Geldbeutel, Korn und Weberschiffchen als Symbole für die Quellen des Zittauer Reichtums. Außerdem hält jede Putte ein Wappenschild mit Teilen des Stadtwappens (Zweimal das „Z“ und je einmal den böhmischen Löwen und schlesischen Adler).
Auf der Brunnensäule steht der Kriegsgott der Römer, Mars, mit Helm, Harnisch und Hellebarde im Stil der Renaissance. In der linken Hand hält er ein Wappenschild mit Doppeladler - das Zeichen der römisch-deutschen Kaiser.
Ines Hirt
Pressesprecherin