Prunkwappen der Stadt Zittau
Aktuell
Bürger
Portrait
Bildung
Wirtschaft
Kultur & Sport
Tourismus

Zittauer Stadtbrände

1359

Der erste große Stadtbrand wütet in Zittau. Nur ein reichliches Jahrhundert besteht die Stadt so, wie sie unter König Ottokar II. angelegt wurde. Die hölzernen Bebauungen brennen völlig ab. Kaiser Karl IV. gebot daraufhin, man solle statt Holz künftig „in Stein“ bauen. Daraufhin wird der Markt verkleinert, die Höfe der West- und Südseite werden vorgeschoben und südlich der Johanniskirche wird auf dem Markt ein Häuserblock errichtet.

1372

Am 4. Mai brennt Zittau wieder und „nam unczelichen schaden beide an steynen und an hulczin husirn, grosir den vormalz vin keynem vure gescheen war“ („nahm unzähligen Schaden an steinernen und hölzernen Häusern, größer wie es vormals bei keinem Feuer geschah“ nach Chronist Johann v. Guben)

1422

Am 15. Juli brennt es in der Webergasse (Weberviertel) und dehnt sich zum Stadtbrand aus. Die Stadtschule brennt nieder, wird aber wieder aufgebaut. Auch das Dach der Johanniskirche und der Turm des Kreuzhofes brennen.

1455

Im Juni brennt die Stadt vom Weberviertel bis zum Bautzner Tor. Das Feuer erfasst einige Gassen, den Webertorturm, die Dächer der Bastei und vernichtet sogar Häuser vor der Stadtmauer.

1473

Am 22. Juli wird durch unvernünftiges Feuern eines Dienstmädchens beim Fleischer Oswald Just auf der Hofstatt ein Feuer ausgelöst. Ein großer Teil der Stadt zwischen Franziskanerkloster und Frauentor, das Dach der Kreuzkirche und die Frauenkirche verbrennen. Selbst die Felder bis Eckartsberg sollen den Flammen zum Opfer gefallen sein.

1526

Feuer durch Brandstiftung. Das Feuer erfasst 27 Giebel, das Frauentor und viele andere Gebäude der Stadt.

1567

Die erste Zittauer Feuerordnung wird gedruckt, nachdem 1566 in der Fleischergasse 7 Häuser abbrennen und 2 Frauen ums Leben kommen.

1589

Große Feuersnot am 5. August. Durch Fahrlässigkeit bricht bei Paul Fritsche auf der Hintergasse Feuer aus, welches 153 Wohnhäuser zerstört und 12 Menschen das Leben kostet. Fritsches Brandstätte darf zur Strafe nicht wieder aufgebaut werden.

1608

Stadtbrand 1608Schrecklicher Stadtbrand am 7. Juni. Das Feuer bricht bei Christoph Scholand auf der Neustadt aus und vernichtet in nur 3 Stunden ca. 500 Häuser vor allem in der Büttnergasse, Spürgasse, Fleischergasse und auf dem Markt. Auch der Rathausturm stürzt ein. Aufgrund fehlender Gerätschaften und durch die vorangegangene Dürre werden die Löscharbeiten erheblich erschwert. Kaiserliche Steuererlasse auf 9 Jahre sowie viele Geldspenden helfen, dass noch vor dem Winter 350 der 500 zerstörten Häuser aufgebaut werden.
Nachdem Scholand, wegen Fahrlässigkeit verdächtigt, bereits 16 Jahre lang der Stadt verwiesen ist, geben 1624 zwei Räuber unter Folter zu, die Stadt im Auftrag des Junkers Siegmund von Schwanitz auf Gerlachsheim angezündet zu haben. Der Anlass war die Nichtgewährung eines Kredits für ein Viertel Bier. Ein Brandstifter begeht im Gefängnis Selbstmord, der andere wird mit glühenden Zangen gerissen, geschmäucht (in Rauch erstickt) und verbrannt. Von Schwanitz selbst wird in Bautzen geschleift und geschmäucht.

1618-1648

Im Verlauf des 30-jährigen Krieges gehört die „Mordbrennerei“ zur Tagesordnung. Durch Brandstiftungen sollen Spuren von Plünderungen beseitigt und dem jeweiligen Feind nichts übrig gelassen werden. Auch aus kriegstaktischen Gründen werden ganze Städte und Dörfer niedergebrannt. In Zittau richten kaiserliche Truppen 1632 und 1634 größere Schäden an. 1643 zerstören sie auch die Kreuzkirche.

1757

Die Beschießung durch österreichische Truppen im Siebenjährigen Krieg löst am 23. Juli den letzten großen Stadtbrand aus. Die Österreicher wollen so die Kapitulation der von preußischen Truppen besetzten Stadt erzwingen und deren Mehlvorräte vernichten. Als erstes Gebäude fängt der Gasthof „Zum Goldenen Stern“ auf der Neustadt Feuer. Von 641 Häusern verbrennen 599. 79 Menschen kommen ums Leben. Opfer werden auch viele Privatbibliotheken und –sammlungen, die Johanniskirche mit der neuerbauten Silbermannorgel und das Rathaus mit dem gesamten wertvollen Stadtarchiv. Der Wiederaufbau kann aufgrund von Spenden aus vielen Teilen der deutschen Länder finanziert werden.

Quellen: Chronik der Feuerwehr Zittau; Dr. Volker Dudeck: „Zittau so wie es war: Aus der Geschichte der Stadt Zittau“; Stadtarchiv; Gerig, Uwe (Herausgeber): „Südliche Oberlausitz – Zittau/Die grüne Reihe“