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Blick auf Hirschfelde im Ort HirschfeldeStadtverwaltung Zittau / Geschäftsstelle HirschfeldeMarktplatz HirschfeldeHauptverkehrsstraße Hirschfeldeevangelische KircheUmgebindehäuserBrunnen auf dem MarktplatzOrtsteil Rosenthal - der Weg ins Neißetal

Ortsteil Hirschfelde

Wappen von HirschfeldeDie Entstehung des Wappens von Hirschfelde – ein goldener Hirsch im roten Feld auf grüner Wiese – wird von der Sage zur Ortsgründung abgeleitet. So heißt es, dass der Heilige Hubertus auf Wanderung war, als plötzlich ein weißer Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz zwischen dem Geweih aus dem Wald trat. Nachdem der Heilige Hubertus den Hirsch geweiht hatte, soll an dieser Stelle der Ort Hirschfelde gegründet worden sein.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1310. Seinen Namen verdankt der Ort den deutschen Bewohnern. Er wird in Urkunden aus alter Zeit unterschiedlich geschrieben, jedoch schrieb man im Schöppenbuch 1492 den Namen genauso wie er heute lautet: Hirschfelde. Festjahr anlässlich des 700. Jahrestages der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes.

Schlechte Zeiten in der Geschichte erlebte der Ort vor allen Dingen in der Zeit der Hussitenkriege 1427 und 1469, wo der Ort von durchziehenden Stämmen zerstört, verwüstet und eingeäschert wurde. Ebenfalls leiden musste der Ort 1737 im Siebenjährigen Krieg und beim Durchzug von Napoleons Truppen im Jahre 1813.

Erste manufakturelle Entwicklung erfuhr Hirschfelde schon sehr zeitig. Seit 1557 wurde bereits die Leineweberei betrieben. 1730 verfügte der Ort über 184 Hauswebstühle und 1850 waren es 327.

1599 tobte die Pest im Ort und 242 Menschen starben daran. Doch der Ort erholte sich auch davon und setzte seine kleinindustrielle Entwicklung fort. 1849 gab es bereits 101 private Handwerker und Gewerbetreibende bei 1676 Einwohnern. 1845–1847 wurde als erstes Werk die damalige Flachsspinnerei gebaut und in Betrieb genommen.

Hirschfelde war schon immer auch ein wirtschaftliches und industrielles Zentrum für die umliegenden Orte. Zeugnisse dafür befinden sich im Technischen Denkmal des ehem. Kraftwerkes Hirschfelde. Im Jahre 1907 wurde das Braunkohlenwerk Herkules und 1911 das Kraftwerk selbst eingeweiht, welches ab 1918 zum Großkraftwerk Hirschfelde ausgebaut wurde.

An diesem Ort wurde über acht Jahrzehnte Strom produziert und sächsische Industriegeschichte geschrieben. Über 5000 Menschen in vier Generationen fanden hier Arbeit. Der Erhalt dieses wertvollen Schatzes ist sehr bedeutend für die gesamte Region der Oberlausitz. Deshalb haben sich der Förderverein Technisches Denkmal und Museum Kraftwerk Hirschfelde e.V., der Ort Hirschfelde, der Landkreis Görlitz, die Vattenfall Europe AG und die Hochschule Zittau/Görlitz zu einer Gemeinschaftsinitiative zusammengeschlossen. Ziel dieses Bündnisses ist die Gründung einer Stiftung zum Erhalt und Fortbestand dieses kulturellen Gutes.

Der Ort ist auch besonders durch seine kleinstädtische Struktur interessant. Dem Besucher fallen zunächst die denkmalgeschützten Vorlaubenhäuser am Marktplatz auf. Aber auch im Ort selbst sind weitere oberlausitztypische Häuser zu finden, die von ihren Besitzern liebevoll gepflegt werden. Die Bundesstraße von Zittau nach Görlitz ist gleichzeitig die Hauptgeschäftsstraße.

Die Gemarkungsgrenzen erstrecken sich im Osten entlang der Neiße von Drausendorf bis nach Rosenthal. Der Grenzverlauf zu Polen folgt dem Flusslauf.

Unmittelbar hinter Rosenthal schließt sich das malerische Neißetal an. Ein etwa 6 km langer Rad- und Wanderweg folgt dem Fluss durch ein Waldgebiet mit  Sandsteinfelsen an steil ansteigenden Hängen und alten Baumbeständen bis zum Kloster Marienthal.

Mit der Wende fielen auch 80 % der Arbeitsplätze weg, da alle Großbetriebe liquidiert wurden. Nur die „fit GmbH“, hervorgegangen aus der Fettchemie Hirschfelde, blieb Dank der Übernahme durch einen Investor aus den alten Bundesländern erhalten und ist heute der größte Arbeitgeber für rund 100 Arbeitskräfte in Hirschfelde. Erfolgreich hat sich der Betrieb dem harten Wettbewerb dieser Branche gestellt. Bislang wurden in das Unternehmen rund 56 Millionen Euro investiert.

Neben diesem bedeutenden Betrieb arbeiten zirka 90 kleinere und kleinste Gewerbebetriebe in Hirschfelde.

Heute leben in Hirschfelde, Rosenthal und Drausendorf zirka 2000 Einwohner.

Im Ort befinden sich eine Grundschule, eine Kindereinrichtung, eine Schwimmhalle, diverse Sportstätten, eine evangelische und eine katholische Kirche.

In einer Einrichtung des Internationalen Bundes für Sozialarbeit werden zirka 170 Jugendliche betreut und beruflich ausgebildet. Hirschfelde hat einen Bahnhof, der als Knotenpunkt verschiedener Nahverkehrsverbindungen (Bus-Bahn) die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver macht.

Viele Bürger engagieren sich in ca. 30 unterschiedlichen Vereinen. Besonders der Sport hat in Hirschfelde eine gute Tradition. Die Erfolge der Faustballer bei nationalen und internationalen Wettkämpfen haben dazu beigetragen, die Gemeinde überregional bekannt zu machen. Außerdem werden Fußball, Kegeln, Schwimmen und andere Sportarten mit Freude und Erfolg betrieben.

Die Hirschfelder nutzen die Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung in Kleingärten- und Kleintierzüchtervereinen, aber auch in verschiedenen anderen Interessengemeinschaften.

Bereits seit 1863 engagieren sich zahlreiche Einwohner in der Freiwilligen Feuerwehr Hirschfelde, die eine sehr gute Tradition besitzt und vom großen Engagement ihrer freiwilligen Mitglieder profitiert.

Ein betriebsames ehrenamtliches Team organisiert wöchentlich Veranstaltungen für Senioren. Die seit langem bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zu polnischen und tschechischen Nachbarn werden gepflegt. Regelmäßige Besuche zu unterschiedlichsten Anlässen erfreuen sich großer Beliebtheit und stets reger Beteiligung.

Dem neu gegründeten Fest- und Kulturverein ist es gelungen, die Tradition der Hirschfelder Kirmes wieder zu beleben. Jedes Jahr am ersten Adventssonntag findet der Weihnachtsmarkt statt. Die örtlichen Gewerbetreibenden und Vereine des Ortes engagieren sich bei diesen Veranstaltungen dabei besonders. Deshalb haben sich diese Veranstaltungen zu einem Höhepunkt im Gemeindeleben entwickelt.

Die „Hirschfelder Rathausklänge“, eine Konzertreihe der kleineren Form, bereichert das kulturelle Angebot des Ortes und erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Geschichtlich interessierte Bürger treffen sich regelmäßig im Arbeitskreis Geschichte. Dabei wird die Heimatgeschichte erforscht und festgehalten. Die Ergebnisse dieser Nachforschungen werden zu unterschiedlichen Anlässen ausgestellt und finden dabei stets viele interessierte Betrachter. Die Gemeinde Hirschfelde erwarb 2006 das Geburtshaus des späteren Gründers des Leipziger Zoos - Ernst Wilhelm Pinkert - und will hier die Geschichte des Ortes nochmals allen Bürgern in Form eines Museums zugängig machen.

Über den Oder-Neiße-Radweg gelangen täglich viele Bürger anderer Orte nach Hirschfelde. Neue Anschauungstafeln sollen den Ort und seine Geschichte auch in Zukunft noch zusätzlich attraktiv und bekannter machen.

Die Hirschfelder Bürger bemühen sich mit vielen freiwilligen Leistungen, das Leben in Hirschfelde lebenswert zu erhalten, wobei sie genauso wie viele andere Orte der Oberlausitz unter dem Weggang der jungen Menschen zu leiden haben, die in ihrer Heimat für sich keine Perspektive sehen.

Im Herbst 2006 entschieden sich die Einwohner von Hirschfelde per Bürgerentscheid für eine Eingemeindung nach Zittau. Seit 2007 ist Hirschfelde nun ein Ortsteil von Zittau.

Logo von Hirschfelde (Markt)Bernd Müller
Ortsbürgermeister

Daten und Kontaktinformationen

Einwohner

Zahlen und Fakten

Gemarkungsfläche

6,81 km²

Ortsbürgermeister

Müller, Bernd

Büro des Ortsbürgermeisters

Zittauer Straße 24

Telefon

(035843) 25 838

Fax

(035843) 22 598

eMail

waffimueller@web.de

Bürgersprechstunde

jeden letzten Dienstag im Monat, 16:30-18:00 Uhr

Ort der Bürgersprechstunde

ehemaliges Gemeindeamt

Ortschaftsratssitzung

jeden 3. Dienstag im Monat, 19:00 Uhr

Ort der Ortschaftsratssitzung

ehemaliges Gemeindeamt