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ZEITENRISS / ARCHE. Bilder von Günter Tiedeken

Zeitenriss / ArcheZeitgenössische Malerei in mittelalterlichen Klostermauern – vom Fastentuch zur Zeitkritik

6. Februar bis 18. April 2010
in den Städtischen Museen Zittau, Kulturhistorisches Museum Franziskanerkloster Klosterstraße 3, Zittau,
geöffnet Dienstag bis Sonntag 10:00-17:00 Uhr, ab April zusätzlich montags 10:00-17:00 Uhr
Zusätzlich zur 2. Zittauer Kulturnacht am 19. März 2010, 19:00-24:00 Uhr

Günter Tiedeken, der in Dittelsdorf bei Zittau lebende Dresdner Künstler, lange Zeit Lehrer und Dozent an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, spielt für die zeitgenössische Kunst Ostsachsens und namentlich in der Oberlausitz eine zentrale Rolle: Als Mentor und Kritiker fördert und inspiriert er das regionale Kunstschaffen nachhaltig. Nun widmen ihm die Städtischen Museen Zittau und die Galerie Riedel in Frankenthal zwei Ausstellungen.

Günter Tiedeken - SelbstportraitDas auf dem Großen Zittauer Fastentuch mit erstaunlichem Abstraktionsvermögen dargestellte Thema der Schöpfung wird von Tiedeken in einem monumentalen Bildzyklus aufgegriffen und in ein besonderes Spannungsverhältnis zur Gegenwart gesetzt. Tiedeken verknüpft das uralte Thema philosophisch mit der Genese von Schriftzeichen als einer Symbolsprache wechselhaften Charakters. Zum ersten Mal präsentiert der Künstler seinen monumentalen Bilderzyklus „ZEITENRISS“ von 1990/1992 der Öffentlichkeit.

Günter Tiedeken verwandelt den monumentalen Raum des Dormitoriums im alten Zittauer Kloster mittels seiner Bildzeichen in eine Arche. In derer Geborgenheit – spannungsvoll unter dem „ZEITENRISS“ ausgebreitet – laden die farbigen Zeichen des Malers ein, um über Sein, Werden und Vergehen, Zeit und Raum, Gegenwart und Vergangenheit nachzudenken.
                   
Die eigens für die einzigartige Raumsituation in Zittau konzipierte Installation wird in den ehemaligen Mönchszellen von thematisch gruppierten Gemälden und Zeichnungen aus verschiedenen Schaffensperioden des Künstlers begleitet.

Eine Auswahl signifikanter Arbeiten auf Papier setzt in Frankenthal einen weiteren Akzent. Beide Ausstellungen zusammen bieten eine Vorstellung vom reichen Gesamtwerk des Künstlers. Sie ermöglichen eine einzigartige Begegnung mit Geheimnis und Kraft der faszinierenden und verstörenden Bilderwelt Günter Tiedekens.

Günter Tiedeken

1932

am 2. Dezember in Berlin geboren

1946-1952

Aufenthalt in der Sowjetunion durch Dienstverpflichtung des Vaters

1952-1958

Studium der Malerei/Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei den Professoren Erich Fraaß, Max Nicola und Rudolf Bergander, Diplom

1958

Führungsassistent an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, danach freischaffend

1960-1989

in der Leitung des Verbandes Bildende Künstler ehrenamtlich tätig

1963

Gründung der Studiogalerie »Leonhardimuseum« in Dresden-Loschwitz

1967-1970

Lehrauftrag an der Technischen Universität Dresden, Sektion Architektur

1976

Martin Andersen-Nexö-Kunstpreis der Stadt Dresden

1980-1992

Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Dozent für Malerei/Grafik

seit 1995

wohnhaft in Dittelsdorf bei Zittau

2002

Verleihung des Oberlausitzer Kunstpreises

Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Mehrere Kataloge und Publikationen.

Parallel zur Zittauer Ausstellung findet vom 25. März bis 9. Mai 2010 eine Ausstellung mit Bildern von Günter Tiedeken in Frankenthal/Pfalz statt:

Galerie Riedel
Wingertstraße 6
D-67227 Frankenthal/Pfalz
Tel. 06233-9475
eMail: GalerieRiedel@aol.com; www.galerieriedel.de

Es erscheint ein Begleitheft mit einem Essay von Gert Claußnitzer und zahlreichen Abbildungen (8,- €).

Die Ausstellung in Zittau erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Ernst-Rietschel-Kulturring e.V., Pulsnitz.

ERÖFFNUNG in Zittau

Sonnabend, 6. Februar, 15:00 Uhr in der Klosterkirche Zittau
Begrüßung Dr. des. Marius Winzeler
Musik: Prof. Peter Bruhns, Violoncello
Laudatio: Gert Claußnitzer

Ansprechpartner ist Herr Dr. Marius Winzeler, Direktor der Städtischen Museen Zittau, Tel. 03583/55479-0.