Der Baukomplex des ehemaligen Franziskanerklosters in Zittau zählt zu den ältesten und bedeutendsten Architekturensembles der Stadt Zittau. Ost- und Westflügel beherbergen die reichen und kostbaren Sammlungen der Städtischen Museen.
Die Südseite nimmt die Klosterkirche (Petri-Pauli-Kirche) mit ihrem 70 m hohen Turm ein – sie dient seit 1598 der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde als Gotteshaus.
Der mittelalterliche Westflügel wurde in der Zeit der Spätrenaissance und des Barock ausgebaut und erhielt seinen prächtigen Giebel 1658–1662 unter Bürgermeister Heinrich von Heffter (daher „Heffterbau“ genannt). Sein Erdgeschoss wurde innerhalb der Jahrhunderte als Kapelle des Klosters, Böhmische Kirche, Turnhalle und Ausstellungssaal genutzt. Im 1. Obergeschoss spielten die Schüler des Zittauer Gymnasiums ab 1710 Theater. Später war hier ein Teil der Ratsbibliothek aufgestellt, seit 1937 diente der Saal als Ausstellungsraum des Museums, seit 2004 ist er Domizil unserer SCHAUsammlung.
Im 2. Obergeschoss fand 1709 die festliche Eröffnung des Barocksaales statt. Er stellt als Schauraum für die Kunst- und Raritätensammlung der Zittauer Ratsbibliothek einer der ältesten städtischen Museumsräume Mitteleuropas dar. Heute beherbergt er die Wunderkammer und darin einzigartige Schätze aus der heutigen Christian-Weise-Bibliothek und den Museumsbeständen.

1244 |
Erste Ansiedlung der Franziskaner in Zittau |
1268 |
Beginn des Klosterbau |
1293 |
Altar und Chor der Kirche werden den Aposteln Petrus und Paulus geweiht |
1421 |
Zittauer Kloster infolge der Hussitenkriege für 20 Jahre als Exilort für das Prager Domkapitel (Verwaltung des Erzbistums), Weihbischof Johann |
1521 |
Beginn der Reformation in Zittau |
1543 |
Übergabe des Klosters an den Zittauer Stadtrat |
1554 |
Der letzte Franziskanermönch stirbt |
1598 |
Erste evangelische Gottesdienste |
1658 |
Umbau der Kirche und Erweiterung des Langhauses Ausbau des Westflügels unter Bürgermeister Heinrich von Heffter |
1675 |
Bau des ersten Grufthauses im ehemaligen Klosterhof – Gesamtanlage bis 1723 |
1691 |
Einrichtung und Weihe der Kirche für die böhmischen Exulanten im Erdgeschoss des Heffterhauses (bis 1846) |
1704 |
Beginn der Renovierung des Ostflügels |
1706 |
Einrichtung als Frauen-Armenhaus (Kartusche an der Ostseite Klosterstraße) |
1709 |
Einweihung des Schausaales für die Kunstkammer und Raritätensammlung der Zittauer Ratsbibliothek im Heffterbau |
1757 |
Während der Beschießung im 7-jährigen Krieg wird der Kirchturm getroffen, der Heffterbau mit seinen wertvollen Sammlungen wird gerettet |
1926 |
Beginnende Renovierung von Gruftbauten |
1928 |
Auflösung des Armenhauses im Ostflügel, allmähliche Umgestaltung des gesamten Komplexes für Museumszwecke |
1937 |
Eröffnung des Stadtmuseums (18. Juli) |
1944 |
Befehl zur „Sicherung der Kulturschätze“ zwingt zur Auslagerung der Sammlungen |
1946 |
Wiedereröffnung und teilweise Umgestaltung bis 1973 |
1975 |
Baupolizeiliche Sperrung des → Heffterbaus |
1991 |
Beginn reger Bautätigkeit in Westflügel und → Klosterhof mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz |
2002 |
Wiedereröffnung des → Heffterbaus |
2005 |
Sanierung des Ostflügels |
2008 |
Entdeckung der mittelalterlichen Wandmalereien des → „Jungbrunnens“ |
2009 |
Abschluss der Restaurierungen |