Den ersten Antrag zum Bau einer Radrennbahn auf dem Niederbergteiche in der Weinau stellte der Radfahrer - Verein Zittau am 8. Mai 1894.
Der Zittauer Rat gab seine Zustimmung mit gleichzeitiger Beteiligung an den Kosten, unter der Bedingung, dass die Rennbahn bis zum 20.6.1894 und die Zuschauer-Tribüne nach den Plänen des Baumeisters Thomas jr. aus Zittau, wegen des jährlichen Schulfestes, bis zum 1. Juli d.J. fertiggestellt sein sollte.
Daraufhin hatte der Stadtrat mit dem Vorsitzenden des Vereins, den um den Bau sehr engagierten Kaufmann und Stadtrat Carl Hermann Schneider (Inh. d. Fa. C.G. Zscharn, Mandauer Berg 2) einen Pachtvertrag auf 10 Jahre für das gesamte Areal am Niederbergteich in der Weinau abgeschlossen. Das Terrain umfasste insgesamt 10 Parzellen zwischen den Dämmen des Mittel- und Niederbergteiches, zwischen Leske- und Niederbergteich, sowie den Außendämmen (s. Zeichnung). (Außer dem an der Ostseite befindlichen Kiefernwäldchen)
Die Tribüne war bis 12. Juli 1894, zum großen, durch die damalige Grohmanstiftung jährlich ermöglichten gemeinsamen Schulfest aller Zittauer Schulen soweit fertiggestellt, dass die Schüler bei schlechtem Wetter dort Unterstellmöglichkeit gehabt hätten. An diese Bedingung knüpfte der Zittauer Rat seine Beteiligung zu einem Drittel der Baukosten.
Die Einweihung der Radrennbahn folgte am 19.8.1894 und begann mit einem großen öffentlichen Radwettfahren. Auch die Tribüne war zu dieser Zeit (bis auf noch fehlende Dachrinnen und Blitzableitung) entgültig fertiggestellt. Der gesamte Bau kostete bis dahin 8.700 Mark.
Heute steht die Tribüne in der Weinau unter Denkmalschutz und ist die älteste Sportstätten-Tribüne in Deutschland.
1903
Nach Ablauf des 10jährigen Pachtvertrages von 1894 mit dem Radfahrerverein Zittau, (ab 1899 nannte er sich „Verein für Radwettfahren zu Zittau“), bot dieser dem Stadtrat die Radrennbahn in der Weinau mit Tribüne für 4.000 Mark zum Kauf an. Der Rat lehnte den Erwerb zunächst ab und verlangte den Rückbau des gesamten Areals durch den Radfahrerverein. Die Tribüne wurde als baufällig bezeichnet. Nach Prüfung stellte man aber fest, dass lediglich ein neuer Holzanstrich und teilweise Dachreparatur notwendig war.
Letztendlich kaufte der Stadtrat die Rennbahn mit Tribüne und allem Zubehör für 1.000 Mark dem Verein ab. Die Übernahme erfolgte am 1. Juni 1904