»750 Jahre Stadt Zittau «


 

Am 21. Juni 1238 wurde zwischen dem böhmischen König und der Johanniterniederlassung in Prag ein Vertrag über einen Gütertausch geschlossen, bei dem die Herren Castolaus und Henricus von Zittau als Zeugen auftraten. Dieser Vertrag ist die älteste erhalten gebliebene Urkunde, in der unsere Stadt erwähnt wird. Sie bildete auch den historischen Hintergrund für die 750-Jahr-Feier im Jahre 1988. Die Herren von Zittau entstammten einem bedeutenden böhmischen Adelsgeschlecht. Ihr aus zwei übereinander gelegten Pfahlleitern bestehendes Wappen ziert noch heute den Kurort Oybin. Auch an anderen Orten der Oberlausitz und Nordböhmens kann man es noch heute finden. Es macht deutlich, wie eng unsere Region mit der Geschichte Böhmens verbunden ist.

Unsere Vorfahren hielten aber noch ein zweites Datum in der frühen Stadtgeschichte für wichtig. Im Jahre 1255 besuchte der böhmische König Ottokar II. das damals noch recht junge Zittau, das ihm so wichtig erschien, dass er befahl, die Siedlung beträchtlich zu erweitern und mit einer Mauer zu befestigen. Nach alter Sitte umritt er Zittau und ließ in der Spur seines Pferdes durch eine mit dem Pflug gezogene Furche deren künftigen Umfang markieren. Die Stadtgrenze verlief seither im Bereich des heutigen Grünen Ringes. Darüber hinaus gewährte er eine Reihe gewinnbringender Privilegien wie Steuer- und Zollfreiheit, das Recht Gericht zu halten und eigene Münzen zu prägen. Dadurch gewann Zittau schnell an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung, was schließlich dazu führte, dass es später zu einer königlichen Stadt erhoben wurde. Schon 1855 und 1955 nahm man dies zum Anlass für große Jubelfeiern. 2005 jährt sich der Besuch des Königs Ottokar II. nun bereits zum 750. Male, was gerade angesichts des engeren Zusammenrückens der Oberlausitz und Nordböhmens nach der Erweiterung der Europäischen Union ein guter Grund zum Feiern ist.

Aus diesem Anlass hat die Stadt Zittau vom 24. Juni bis 3. Juli 2005 eine Festwoche geplant.

   
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